Mit nur drei seiner Jünger steigt Jesus auf einen Berg. Es heißt: um zu beten. Mache ich mich auf zu einer Bergtour, dann tue ich das am liebsten auch mit wenigen und mir nahen Freunden. Im gleichmäßigen Steigen und Atmen durch die unterschiedlichen Tagzeiten mit Frühnebel und wärmer werdenden Temperaturen hindurch fühle ich das Unterwegssein als Beten. Manche Sorge und Herausforderung des Alltags habe ich unterbewusst mit im Rucksack, immer wieder taucht ein Gedanke dazu auf, vielleicht auch eine Idee dazu, wie ich Morgen damit umgehen könnte. Spätestens am Gipfel mündet alles in eine große Dankbarkeit, die ich mit dem Freund am Berg teile. Manche sagen auch nicht unberechtigt: Zum Beten geh` ich nicht in die Kirche, sondern auf den Berg … oder auch zum Pilgern.
Solche Auszeiten sind wie Oasentage, die helfen, aus dem Hamsterrad rauszukommen und das Denken neu zu ordnen: „Da ging mir etwas auf, es fiel mir wie Schuppen von den Augen, ich erkenne etwas in seinem Kern“. Das Leben aus einem anderen Blickwinkel zu sehen hilft weiter. Da bin ich nicht nur mit mir selbst im Gespräch, sondern auch mit Gott: ich bete. „Um zu beten“ war Jesus auch mit seinen Freunden unterwegs. Was sie dabei erlebten, wollen sie gleich so „ding-fest“ machen, dass sie Hütten bauen wollen. Möchten sie damit vielleicht so was wie eine Kuschelecke oben am Berg schaffen, fernab des Alltags … fernab auch der Gefahr, die auf ihren Lehrer Jesus in Jerusalem wartet?
Jesus und seine Freunde – und wir mit ihnen – müssen wieder hinunter ins Tal, um dort mit Jesus die Wege zu den Menschen zu gehen: zu den Bedrängten, Sorgenvollen, Kranken, Einsamen … nun aber mit all dem im Rucksack, was wir im Gebet für uns sortiert und als wichtig erkannt haben: dass Jesus Gottes geliebter Sohn ist und wir seinen Worten trauen dürfen. Weil er auch uns senden möchte, dürfen, ja sollten wir uns Oasentage für den Alltag immer wieder gönnen.